Die Interaktion zwischen dendritischen Zellen und Herpesviren

Immunmodulation

Leiter:
Prof. Dr. rer. nat. Alexander Steinkasserer (PhD)

Die Interaktion zwischen dendritischen Zellen und Herpesviren

Projektleiterin: Dr. rer. nat. Linda Grosche

Dendritische Zellen (DZ) sind antigen-präsentierende Zellen, die während einer (viralen) Infektion eine entscheidende Rolle in der Vermittlung protektiver, adaptiver Immunantworten spielen. Diese Projektgruppe beschäftigt sich mit der Identifizierung Virus-spezifischer Immun-Evasions-Mechanismen während herpesviralen Infektionen von DZ, insbesondere Herpes simplex Virus Typ-1 (HSV-1) und dem humanen Zytomegalievirus (HCMV). Diesbezüglich konnten wir zeigen, dass HSV-1 die Expression des funktionell bedeutsamen Oberflächenmoleküls CD83 infizierter, reifer DZ herabmoduliert. Hierbei induziert das virale sehr-früh exprimierte Protein ICP0 eine proteasomabhängige CD83-Degradation, die allerdings unabhängig von der ICP0-inherenten E3-Ubiquitin-Ligase-Funktion sowie der zellulären Ubiquitinierungs-Maschinerie abläuft. Interessanterweise führt die Infektion mit HCMV auch zu einer proteasomalen Degradation von CD83, wobei ebenfalls ein sehr-früh exprimiertes, virales Protein, nämlich IE2, involviert ist.

Ein weiterer HSV-1- als auch HCMV-vermittelter Immun-Evasions-Mechanismus ist die Inhibierung der Migration reifer DZ. Wir konnten zeigen, dass dies u.a. durch die frühe Induktion der DZ Adhäsion hervorgerufen wird. Der genaue, molekulare Mechanismus ist Gegenstand aktueller Untersuchungen. Weiterhin befasst sich unsere Arbeitsgruppe mit der Charakterisierung der HSV-1 Replikation in unreifen DZ versus reifen DZ. Entgegen früherer Annahmen konnten wir zeigen, dass die Genexpressionskaskade von HSV-1 in reifen DZ vollständig erfolgt. Allerdings finden sich in den Überständen reifer DZ – im Gegensatz zu unreifen DZ – kaum infektiöse Nachkommen-Virionen, sondern nahezu ausschließlich nicht-infektiöse L-Partikel. In diesem Zusammenhang konnten wir beweisen, dass virale Kapside im Kern reifer DZ zurückgehalten werden, wohingegen unreife DZ eine vollständige Replikation von HSV-1 gewährleisten. Hierbei zeigten unsere Analysen, dass der zelluläre autophagische Abbau kernassoziierter Laminproteine eine entscheidende Rolle bei der Freisetzung infektiöser Virionen durch unreife DZ spielt, wohingegen dieser Abbau in reifen DZ gehemmt ist. Weiterhin beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Analyse der nicht-infektiösen L-Partikel, da diese in der Lage sind, funktionelle, virale Proteine auf nicht-infizierte Nachbarzellen zu übertragen. Somit stellen L-Partikel eine zusätzliche Immunevasions-Strategie von HSV-1 dar, da sie Nachbarzellen zugunsten von HSV-1 ebenfalls modulieren können.

Publiktionen

 
Ansprechpartner
Dr. rer. nat. Linda Popella
Telefon: 09131 85-33873
Fax: 09131 85-36175
E-Mail: linda.grosche@uk-erlangen.de
Visitenkarte